Berlin im Oktober 2017

Im letzten Herbst trafen sich die LKs Geschichte und Sowi bei ihrer Kursfahrt unter dem Brandenburger Tor!

Hier ein Bericht über die Fahrt des LKs Geschichte:

Berlin mit dem Geschichte LK

Am 16.10.2017 sind wir, der gesamte Geschichte LK mit Herrn Wirtz und Frau Paas, mit dem Zug nach Berlin gefahren. Den Sowi LK von Herrn Vucetic hatten wir auch dabei.

Nach einigen Stunden Fahrt und vielen Treppen in den U-Bahn-Stationen standen wir erstmal ein bisschen vorm Hotel und haben gewartet. Nach gefühlten 10 Stunden, die eher 10 Minuten waren, durften wir nach einiger Diskussion endlich auf die Zimmer. Danke nochmal an die Person, die im einzigen Aufzug alle Tasten gedrückt hatte.  Kurz darauf haben wir einen Spaziergang zum Brandenburger Tor gemacht, was fußläufig zu erreichen war. Unterwegs wurden wir noch dazu aufgefordert in die Berliner Uni hineinzuschauen. Diese ist wirklich schön! Da am Brandenburger Tor einige Sehenswürdigkeiten sind, haben wir diese auch angeschaut. Wir waren also beim Holocaust Denkmal, am Reichstag und haben uns als Geschichte Leistungskurs einen Namen gemacht, weil wir vergessen hatten, was nochmal am 18. März passiert ist. Es war die Märzrevolution. Schließlich hatten wir den Abend zur freien Verfügung und konnten die Stadt in Dreiergruppen (!) noch ein bisschen entdecken und wir hatten auch ziemlichen Hunger. Aber in Berlin gibt es ja zum Glück an jeder Ecke drei Dönerbuden.

Der nächste Tag startete mit dem Frühstücksbuffet des Hotels, wo wir alle satt geworden sind. Da auf der ganzen Fahrt striktes Jogginghosenverbot herrschte, sind wir so seriös wie noch nie zum Reichstag gelaufen, weil wir dort eine Führung bekommen sollten. Zuerst durften wir uns allerdings die Kuppel ansehen. Der Ausblick ist echt toll und lohnenswert, auch wenn diejenigen mit Höhenangst unter uns, zwischenzeitlich ihre letzten Worte sprechen wollten. Als wir wieder unten auf dem sicheren Boden waren empfing uns eine Führerin. Diese gab uns leider das Gefühl nichts zu wissen, während sie Herrn Wirtz erklärte wie toll wir seien. Trotzdem ist das Gebäude super interessant und es war ein tolles Gefühl im Plenarsaal zu sitzen. Am Ausgang bekamen wir alle eine Geschenktüte von der wir wenigstens einen Kugelschreiber erhofft hatten, leider wurden wir enttäuscht.

Wir konnten auch immer wieder freiwillig mit Herrn Wirtz zusammen Museen besuchen, deswegen gingen einige von uns zum Tränenpalast. Dort war früher der Übergang zur Ausreise nach West-Berlin. Dort sind viele Einzelschicksale aufbereitet und der Besuch war emotionaler als gedacht. Nachmittags trafen wir uns dann an der Gedenkstätte Bernauer Straße, wo die Berliner Mauer mitsamt Todesstreifen erhalten ist. Und es ging wieder hoch hinaus auf einen Wachturm. Die Gedenkstätte war definitiv interessant.

Das wurde am nächsten Tag noch gesteigert. Wir waren früh morgens mit ein paar Schweizern so ziemlich die einzigen beim Frühstück, da wir etwas weiter außerhalb das Staatssicherheit-Gefängnis Hohenschönhausen der DDR besichtigen wollten. Das Wetter hatte sich an diesem Tag dazu entschieden dem Sommer den Rücken zuzukehren und als wir aus dem gruseigen Keller kamen, hing Nebel vor dem Gebäude. In Hohenschönhausen bekommt man entweder von einem Historiker oder einem ehemaligen Insassen eine Führung. Wir haben den Historiker gekriegt, weswegen wir im ersten Moment ein bisschen enttäuscht waren, aber trotzdem hat uns der Besuch dort alle beeindruckt und uns die Schrecken in der DDR, über die man gar nicht so Bescheid weiß, verdeutlicht. An der Bahnstation auf dem Rückweg überfielen wir sämtliche Bäckereien und Supermärkte, da wir das viele Stehen im Gefängnis und das viele Laufen an den Tagen davor plötzlich in unseren alten Knochen spürten. Nachdem es niemand geschafft hatte, Fabian vegetarische Frikadellen unterzujubeln, liefen wir noch ein bisschen über die Karl-Marx-Allee. An der U-Bahn-Station trennten sich unsere Wege. Die einen gingen ihre Füße retten und die anderen riskierten den Verlust dieser wichtigen Körperteile und begleiteten Herrn Wirtz zur Normannenstraße, wo das Büro der Stasi museal aufbereitet ist. Warum ist da eigentlich kein Aufzug? Dort kann man über mehrere Stockwerke sehen, wie die Stasi damals arbeitete. Wir waren danach alle relativ paranoid und vermuteten überall Kameras und Wanzen. Schließlich fuhren wir ins Hotel zurück und lernten unterwegs von Herrn Wirtz, wieviel Spaß umsteigen macht, als wir das ein paarmal zu oft taten.

Der Donnerstag war leider schon unser letzter richtiger Tag in Berlin. Heute stand der Punkt auf der Programmliste, auf den wir alle am meisten gespannt waren. Der Besuch im KZ Sachsenhausen. Dieses lag gar nicht so weit von der Stadt entfernt wie man sich das vorstellt, aber wir mussten trotzdem ein Stückchen fahren. Ironischerweise war das Wetter an diesem Tag sehr sonnig und so kam es, dass wir alle auf einem sonnigen Platz unter großen Bäumen standen, als uns bewusst wurde: Hier sind sehr viele Menschen auf grausamste Weise gestorben. Die Stimmung war demnach erstmal ein wenig bedrückt. Dann lernten wir unseren Guide (auf dieses Wort haben wir uns geeinigt) kennen. Dieser war so ziemlich der beste Guide, den wir auf der gesamten Kursfahrt hatten. Ich möchte gar nicht soviel zu dem KZ Besuch schreiben, denn es war zwar extrem spannend aber auch sehr emotional und man kann dem in diesem Umfang gar nicht gerecht werden. Wer die Gelegenheit hat ein KZ zu besichtigen sollte das aber auf alle Fälle tun. Man gewinnt für sich selber einige Eindrücke. Wir waren dann am späten Nachmittag wieder im Hotel und konnten in ein bisschen freier Zeit unsere Erfahrungen verarbeiten, miteinander darüber reden und noch ein bisschen Berlin entdecken. Abends trafen wir uns alle zusammen im mexikanischen Restaurant nahe unserem Hotel. Danke an Aleyna an dieser Stelle, die den Tisch organisiert hat. Der Abend war der perfekte Ausklang der Kursfahrt. Danach saßen ein paar von uns noch mit den Lehrern und dem Sowi LK (der hatte Aleyna nicht für die Abendplanung bekommen) vor dem Späti. Das war sehr lustig und gemütlicher, als man es sich vorstellt.

Am Freitag ging es dann morgens mit dem Zug wieder zurück. Da wir quasi ein Abteil für uns alleine hatten, war diese sehr bequem und lustig. Und nein Bonis, Sirius Black wohnt nicht in einem Baum… 
Auch wenn wir Berlin alle lieb gewonnen haben und definitiv noch einmal zurückkommen werden, waren wir ganz froh wieder alleine in einem Zimmer schlafen zu können. Personen, deren Namen ich nicht nennen möchte, reden im Schaf!

Alles in allem war die Kursfahrt sehr gelungen. Wir haben, auch wegen Herrn Wirtz (Fahrt mal nach Kreuzberg und nach Friedrichshain. Und hier in der Nähe könnt ihr super essen!) total viel von der Stadt gesehen. Die Stimmung war, bis auf den WhatsApp Gruppen Eklat, richtig gut und wir haben immer was gesehen, gelernt und mitgenommen. Auch das Programm war toll, es hielt uns auf Trab, aber wir konnten trotzdem Berlin auf eigene Faust entdecken. Da es immer wieder freiwillige Programmpunkte und Tipps, was wir noch so besichtigen können, gab, sind wir alle ziemlich rumgekommen. Danke deswegen an Herrn Wirtz für diese einzigartige Kursfahrt, an Frau Paas, dass sie immer mit uns gekommen sind und auch an Herrn Vucetic und den Sowi LK. Es war sehr lustig mit euch!